KONFRONT

Anti-Gewalt-Training

intensiv – individuell

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Intention

Im Rahmen eines ISE-Betreuungsprojektes eines kooperierenden Trägers, in dem der Klient lebt, arbeitet KONFRONT als Partner mit jeweiligen Auftraggebern zusammen und bietet durch definierte Herausnahme aus diesem Betreuungsprojekt das Training an. Sinn dieses hier beschriebenen Einzel-Anti-Gewalt-Trainings ist es, Merkmale des Antiaggressivitäts- und Coolnesstrainings (AAT/CT®) in ein individuelles Setting zu implantieren und zum Einsatz zu bringen. Die konfrontative pädagogische Methode (Glenn Mills Schools, Ferrainola, Jens Weidner) und ein Einsatz nach der Provokativen Therapie (Corsini, Farelli) durchzieht den Interventionsrahmen einer als zeitlich begrenzt definierten Einzelfall-Maßnahme. Es handelt sich dabei um eine Ergänzung (pädagogische ultima ratio, Weidner), sozusagen um eine Verdichtung, die aufbaut auf akzeptierendem Begleiten (Krafeld), personzentrierter Gesprächsführung (Rogers) in einem unbekannten Umfeld an einem abgelegenen Ort mit weitgehendem bewusst intendierten Entzug bekannter Sozialstrukturen. Die ‚neue’ Lebenswelt schafft neue Strukturen und aktiviert Ressourcen, die einen eingehenden Zugang zur eigenen Individualität und somit auch zu neuen Ansätzen von Reflexion bieten können. Insbesondere Bestandteile rational-emotiver/kognitiver Verhaltenstherapie (Ellis/Lückert) kommen zum Einsatz. Die Einfluss-Komponenten einer Konsum und Macht orientierten Gesellschaft am delinquenten Verhalten wird zum Thema gemacht. Allerdings wird sie nicht als Legitimation derivanten Verhaltens ‚genutzt’. Die alte Peer-Group gibt es nicht mehr. Die methodisch ausgerichtete Individualisierung in einem organisatorisch festgelegten erlebnispädagogischen Rahmen, macht es für den Klienten notwendig, sich auf Bindungsangebote (Bowlby) einzulassen. Es werden Sequenzen aus dem AAT/CT Trainingsprogramm und der konfrontativen Pädagogik während der Einzelbehandlung durchgeführt. Es kommen Methoden der Bindungsarbeit, der personzentrierten Gesprächsführung, des Psychodramas, der Theaterpädagogik, der Meditation und der klassischen Erlebnispädagogik zur Anwendung. Gewaltbereite Klienten, die in dieses Training kommen, erleben im Prozess des Auf-Sich-Zurückgeworfen-Werdens durch Wegfall von schädlichen Außenreizen, den Verlust ihrer schädlichen Clique einen Weg in eine reflexive Auseinandersetzung entweder mit der ausgeführten Gewalttat oder mit manifesten gesellschaftlich schädigenden eigenen Aggressivitätsanteilen. Durch das Anti-Gewalt-Trainingstagesprogramm sollen im Sinne der Lerntherapie durch starke Emotionalisierung Verhaltensänderungen herbeigeführt werden.

Die Teilnahme an einem Auslandsprojekt und somit der Abstand zur aktuellen Situation können bei Menschen eine krisenhafte Zuspitzung ihrer Problematik verhindern bzw. eine Entlastung bewirken. Unter fachlich geführten didaktischen und methodischen Bedingungen können dabei ganzheitliche Ansatzpunkte für neue Lebensperspektiven trainiert und gefunden werden. Die geografische Entfernung „zwingt“ dazu, den Systemkreislauf „Weglaufen“ zu durchbrechen. Es erfolgt eine Abschirmung von gewohnten Außenreizen, destruktiven Cliquen, Gewaltaktionen; das fördert die zwischenmenschliche Auseinandersetzung mit der Betreuungsperson, die nun erstmals positiv – im Gegensatz zum Gewohnten – erlebt werden kann. Es geht darum, eine tragfähige und verlässliche Bindung aufzubauen und zu leben, damit wieder das verlorene Gefühl von Sicherheit hergestellt werden kann. Wenn also Erfahrungen gemacht werden, die die bisherige „Wahrheit“ infrage stellen, entstehen Chancen, die „neue Wahrheit“ zu internalisieren. Die gesamte Umgebung mit den vorhandenen Gegebenheiten sind das Medium und werden eingebettet in den Prozess. In diesen Kontext einer Auslands-ISE-Betreuung greift KONFRONT begleitend ein und macht ihn sich zunutze. Der Trainingsansatz ist grundsätzlich defizitorientiert, lässt aber vorhandene oder verschüttete Ressourcen nicht außer Acht, damit sich diese in die angestrebte Veränderungsmotivation einbetten. Das Training handelt im Auftrag der Opfer. Alle Beteiligten treten sich „echt“ und „authentisch“ gegenüber, in Akzeptanz und Verständnis zu ihrem individuellen Bezugssystem und ihren eigenen Mustern.

Standort