HOFUNDSCHIFF

Betreuungsprojekt - Projektentwicklung


Design: mi fi  © Copyright 2009 by Rudolf Nau

Zielgruppe

Das Hauptaugenmerk liegt auf denjenigen Menschen, die wiederholt straffällig mit massiver Gewaltproblematik geworden sind und denen i.d.R. eine Haftstrafe droht. Sie sind nicht gruppenfähig und besonders geeignet, in einem konfrontativ geführten intensiven Antigewalt-Einzeltraining den Weg zurück in die Gesellschaft zu finden.

Es sind Menschen, die in ihrer Biografie eine Vielzahl von negativen Erfahrungen (z.B. Gewalterfahrung, sex. Gewalt) gemacht haben und die durch stark beeinträchtigte Lebensbedingungen sowie häufige Beziehungsabbrüche nach Zuwendung suchen. Ihre Lebens- und Handlungsweisen sind oft durch Misstrauen, bis hin zu Beziehungsverweigerungen, durch mangelndes Selbstvertrauen, Leistungsverweigerung (z.B. Schule), Formen der Selbst- und Fremdgefährdung, unterschiedliche Suchterscheinungen und tendenzielle Perspektivlosigkeit und gar Depressionen geprägt.
Sie können Erfahrungen aus der Psychiatrie, aus Heimen, aus dem Strafvollzug, von der Strasse, aus Selbsthilfegruppen (AIDS-Hilfe), privaten Initiativen oder aus der Familie mitbringen. Ihre Probleme und Schwierigkeiten werden verstanden als ihre eigene Sprache und Überlebensstrategie, um Hilferufe auszudrücken.

    Problemstellungen
  • Herabgesetzte Frustrationstoleranz
  • Gewaltproblematik
  • Familien- und Generationskonflikt
  • Migrationsspezifische Zusammenhänge
  • Mangelnde sozial adäquate Konfliktlösungstrategien
  • Unterentwickelte kommunikative und interaktive Kompetenz
  • Peergroup-Druck (Clique)
  • Erkennungsdefizite des demokratischen Rechtssystems
  • Suchtauseinandersetzung
  • Politischer Rechtsextremismus
  • Männlichkeitsrolle
  • Schul- und Berufsthematik
  • Beziehungsstörungen
    Methoden
  • Konfrontative Pädagogik
  • Körperpsychotherapie
  • Methoden zur Grenzziehung (Normverdeutlichung)im Alltag
  • Meditationsübungen
  • Deeskalationstechniken
  • Körpersprache
  • Visualisierungen von Haltungen, Meinungen und Denkmustern
  • „Heißer Stuhl“ als Konfrontation mit der eigenen Tat
  • Lerntheoretische Techniken
  • Rollen- und Interaktionsspiele
  • Elemente aus der Systemischen Therapie
  • Erlebnispädagogik
  • Elemente aus dem Psychodrama und dem Soziodrama
  • Medienpädagogische Interventionen (Filme, Videos)
  • Konfrontation mit der Opferperspektive, Opferarbeit
  • Training zur Einübung und Festigung gewaltfreier Konfliktlösungen (Attraktivitätstraining)
  • Nachbesprechungen
  • Antagonisten-Training
    Ablauf
  • Erstgespräch mit Vertrag
  • FAF-Test zur Erfassung von Aggressivitätsfaktoren
  • Biografische Analyse
  • vorgegebene Tagesstruktur
  • Hausaufgaben
  • Therapieeinheiten und Training
  • Erlebnispädagogische Aktionen
  • Feedback
  • Sharing
  • Abschlussgespräch
  • Teilnahmeurkunde
  • Evaluation (Interview nach 6 Monaten)
    Ausschlusskriterien
  • Für Personen mit Suizidgefährdung
  • Grenzfälle zur Kinder- und Jugendpsychiatrie
  • Alkohol- und Heroinabhängige
  • Mitglieder der organisierten Kriminalität

Umfang
Die Trainingstunden umfassen 60 Fachleistungstunden in einem Zeitraum von 3 Monaten. Diese werden i.d.R. einmal pro Woche und durch erlebnispädagogische Aktionen abgeleistet.

Aktivitäten
Erlebnispädagogische Aktionen, biografischer Analyse, Einzelinterviews, Meditationsübungen, Körperübungen zur Deeskalation, Rhetoriktraining, Rollenspiele, Übungen zu Frauen- und Männerbildern, Antiblamiertraining, Analyse von Aggressivitätsauslösern, Tatkonfrontation und Provokationstest, Opferbriefe, Auseinandersetzung mit Opferperspektiven, glaubhafte Distanzierung von Gewalt und Aspekte des Attraktivitätstrainings und Würdigung von gewaltlosem Handeln.

    Ziele
  • Erkennen eigener aggressiver Impulse,
  • Lernen verschiedener Formen der gewaltfreien Auseinandersetzung,
  • Sozialverträglicher Umgang mit eigenen Aggressionen
  • eindeutige Veränderungsmotivation/
  • kognitive Umstrukturierung im Sinne einer pro-soziale Einstellungsänderung
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